ENERGENO Symposium "Energiegenossenschaften - Entwicklungsstand und Perspektiven"

Am 29. Juni 2015 veranstalten der Leibniz-Forschungsverbund Energiewende und die Humboldt Universität zu Berlin ein Symposium zu Entwicklungsstand und Perspektiven von Energiegenossenschaften als Träger einer bürgenahen Energiewende. Den Flyer mit dem detaillierten Programm der Veranstaltung finden Sie zum download hier. Das Symposium findet von 10:00 bis 16:30 am WZB in Berlin statt. Anmeldungen bitte an leslie.quitzow[a]wzb.eu

29.06.2015

Getrieben durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz erfolgte über die letzte Dekade ein enormer Ausbau der Kapazitäten erneuerbarer Energie. Im Jahr 2014 konnten bereits mehr als 27% des Stromverbrauchs in Deutschland aus erneuerbaren Energien gedeckt werden. Der Flächenverbrauch und zunehmend Nutzungskonflikte auf lokaler Ebene haben aber dafür gesorgt, dass ein zunächst durch Investoren und Anlagenbauer geführte Ausbau zunehmend von Projekten der Bürgerbeteiligung abgelöst wurde. Mittlerweile existieren mehr als 900 Bürgerenergiegenossenschaften, allein in den Jahren 2012 und 2013 kamen jeweils 150 Neuregistrierungen dazu. Künftig werden die Bedingungen für Bürger-Energiegenossenschaften allerdings deutlich schwieriger, da sich die Rahmenbedingungen für die Förderung von Strom aus Erneuerbaren Energien durch die jüngste Novelle des Gesetzes für den Ausbau erneuerbarer Energien im Sommer 2012 und 2014 erheblich verändert haben. Darüber hinaus sorgte die bisherige Auslegung des Kleinanlegerschutzes im Kapitalanlagegesetzbuch für Verunsicherung für Energiegenossenschaften und andere Formen der Bürgerpartizipation, da diese hiernach als "Kapitalsammelstellen" behandelt werden sollten. Seit 2013 gingen die Neugründungen in diesem Bereich deshalb erheblich zurück und es stellt sich die Frage nach der Zukunft solcher genossenschaftlicher Partizipationsmodelle und ganz generell die nach der Zukunft der Energiewende. Das Symposium "ENERGENO" greift Zukunftsfragen der Genossenschaften thematisch auf. Es ist in vier Themenbereiche untergliedert und widmet sich wichtigen Zukunftsfragen einer bürgernahen, dezentralen Energiewende. Wie sind die entstandenen Energiegenossenschaften strukturell und finanziell aufgestellt? Als wie robust werden sich die bestehenden Genossenschaften vor dem Hintergrund sich verändernder institutioneller Rahmenbedingungen erweisen und welche Rolle spielen Konzentration und Professionalisierung der Gremienstrukturen für die Anpassung der Unternehmensstrategien? Welche Chancen haben Energiegenossenschaften zukünftig im Wettbewerb und welche Präferenzen haben letztendlich die Verbraucher hinsichtlich verschiedener Attribute erneuerbarer Energien? Auf dem Symposium werden WissenschaftlerInnen und PraktikerInnen aber auch Politik und Interessenvertretung gleichermaßen versuchen aus verschiedenen Perspektiven diese wichtigen Zukunftsfragen einer bürgernahen Energiewende zu beantworten. Das Ergebnis dieser Diskussion soll u.a. wichtige Impulse für die künftige Forschungsagenda über eine bürgernahe Energiewende liefern.